Alpenüberquerung "die Zweite", vom Bodensee über das Engadin nach Südtirol

 

 

 

Streckenverlauf:

  1. Etappe: Konstanz (Bodensee) – Altstätten (Schweiz)
  2. Etappe: Altstätten – Landquart/Chur
  3. Etappe: Chur – Bergün (Graubünden)
  4. Etappe: Bergün – Zernez (Engadin)
  5. Etappe: Zernez – Schluderns (Italien/Südtirol)
  6. Etappe: Ruhetag
  7. Etappe: Ruhetag
  8. Etappe: Schluderns - Scuol (Schweiz/Engadin)
  9. Etappe: Zugrückfahrt Scuol -Freiburg

 

 

 

Die Etappen im Einzelnen:

 

Prolog

Mit den Erfahrungen der ersten Alpenüberquerung aus dem Jahr 2002 und gutem Vortraining konnte ich diese Tour entspannt angehen. Zusammen mit Birgit, meiner jetzigen Frau erlebte ich trotz einiger Wetterunbillen unvergessliche Tage in den immer wieder faszinierenden Landschaften der Alpen und Voralpen.

 

 

Dienstag, 15. Juni 2004

Konstanz-Altstätten ca. 88 km und 210 hm

Nach einer längeren Zugfahrt von Freiburg über Donaueschingen nach Konstanz kommen wir kurz nach zehn Uhr morgens in der Bodenseestadt an und machen uns auf den Weg. Im schicken Lago Shopping Center in unmittelbarer Nähe des Konstanzer Hauptbahnhofs müssen wir Birgit zuerst einen neuen Helm besorgen und anschließend noch die adretten musikbeschallten Toiletten nutzen.

Dann geht es endgültig los, über den kleinen Grenzverkehr erreichen wir die Schweiz und damit die Nachbarstadt Kreuzlingen. Der „Rhein Route 2“ folgend radeln wir gemütlich am Bodensee entlang, trotz bewölktem Himmel sind wahre Heerscharen von Freizeitradlern unterwegs. In Uttwill legen wir eine erste kleine Rast ein, an einer gemütlichen Stelle direkt am See.

Birgit

Unsere Reiseräder

Vorbei an Romanshorn und Rorschach erreichen wir das Naturschutzgebiet Rheindelta, finden auch einen „echten“ Badesandstrand, leider nur laden die kühlen Temperaturen nicht unbedingt zum Bade im See ein. Einen Halt ist die Stelle aber auf alle Fälle wert.

Haus am See

Wenig später verlassen wir den Bodensee, die folgenden Kilometer wird der Rhein unser Begleiter. In St. Margrethen stärken wir uns mit Milchkaffee und heißer Ovomaltinemilch, wenden uns vom Rhein ab und fahren durch wieder ländlicher werdende Gegenden über Widnau nach Altstätten. Im „Hotel Untertor“ finden wir einen geschäftigen Juniorchef vor, der uns sein teuerstes Zimmer, das Turmzimmer schmackhaft machen will. Für unseren Geschmack ist das Zimmer zu teuer, aber wir können den Hotelmanager um ein paar Fränkli auf 145 CHF runterhandeln und da wir keine Lust haben noch weiterzusuchen, nehmen wir das Zimmer.

Nach ausgiebiger Dusche und kürzerem Stadtbummel nehmen wir im „Frauenhof“ ein leckeres Mahl ein, vor allem die äußerst pikanten Riesengarnelen erfreuen meinen Gaumen. Der Preis gefällt weniger, die Mahlzeit kostet uns mal lockere 105 CHF. Aber die Schweiz ist nun mal nicht ganz billig, diese für unseren Geldbeutel schmerzhafte Erfahrung werden wir auch die nächsten Tage noch ein paar Mal machen.

Fassaden in Altstätten

 

Frauenhofkapelle

 

 Mittwoch, 16. Juni 2004

Altstätten-Landquart (Per Rad) ca. 70 km und 370 hm, von Landquart bis Chur mit der Bahn

Der erste Blick am Morgen aus dem Turmzimmer verheißt einen regnerischen Tag, so dass wir vor dem Frühstück schon mal unsere Regenklamotten zurechtlegen. Das für den Hotelpreis unterdurchschnittliche Frühstücksbuffet lässt uns das Wetter nicht vergessen, so dass wir etwas missgemutet losfahren. Prompt öffnet der Himmel dann auch großzügig seine Schleusen und unterzieht der Regenkleidung einem Belastungstest (sie besteht ihn!). Über verkehrsfreie größtenteils asphaltierte Feldwege erreichen wir Oberriet und  Rüthi, an letzterem Ort endet der geteerte Weg. Die nun folgende Wegstrecke bis Höhe des Ortes Sennwald ist nicht mehr asphaltiert, was wir nur wenig später am Verschmutzungsgrad der Fahrräder und unserer Kleidung bemerken. Hinter Augstisried werden die Wegverhältnisse wieder besser, dafür der Regen stärker. Nach zweistündiger Fahrt erreichen wir gegen halb zwölf Buchs und stellen unter einem überdachten Fahrradständer unsere Luxusgefährte ab. Wir wollen uns in der Mittagspause einen Imbiss gönnen, aber für einen schlichten Döner 9 CHF auszugeben widerstrebt uns, so dass wir trotz aller kulturellen Bedenken einen McDonalds aufsuchen (siehe auch in diesem Zusammenhand den Begriff der "McDonaldisierung der Welt" bei George Ritzer, 1977) zitiert von Kurt Röttgers in "Der Verlust des Fremden"). Dieser (also das McDonalds-Lokal) bietet den Vorteil erstens eine geräumige und saubere Toilette zu besitzen, auf der man sich prima umziehen kann und zweitens zivilere Preise als die Lokale der Umgegend zu verlangen. Und last but not least die Auswahl zwischen vier (!) ausliegenden Tageszeitungen, von „Blick“  bis „NZZ“.

Dermaßen geistig und nahrungstechnisch gestärkt, nehmen wir den zweiten Tagesabschnitt in Angriff, auf dem Rheindamm ab Buchs geht es trotz Nieselregens sehr flott in Richtung Süden, im Osten mit Blick auf Rhein und Steuerparadies Liechtenstein, im Westen auf Autobahn und Schweiz.

Tiefhängende Wolken am Rhein

Die Reisenden in angemessener Verpackung

Ca. 20 km später verlassen wir den Rheindamm, um dem Schlenker der Radroute 2 in Richtung Fläsch zu folgen. Das erste Höhenwarnschild dieser Tour weist uns auf die bevorstehende Steigung hin und kurz vor dem Weinort Jenins gibt es dann auch wirklich eine ersten knackigen Anstieg. Wegen des Regens ist es sehr dunstig, so dass die Aussicht ins Tal nicht sonderlich weit reicht.

Höhen"warnung"

Weinberge bei Malans

Wir passieren in flottem Tempo Malans und erreichen dem Fluss Landquart folgend die Stadt und den Eisenbahnknoten Landquart. Es verirren sich sogar ein paar kurze Sonnenstrahlen an den Bahnhof, wir beschließen weiter mit dem Zug in das noch ungefähr zehn km entfernte Chur zu fahren. Pünktlich um 17:28 geht es los (wir sind ja schließlich im Bahnland Schweiz!) und 12 Minuten später kommen wir in Chur an. Zuerst steuern wir die Tourist-Info an, leider kann eine nette Dame uns auch nur mitteilen, dass Zimmer in Chur nicht ganz billig sind. Naja, hatten wir anders nicht erwartet.

 

Churer

 Stadtansichten

Wir steigen dann im „Hotel Zunfthaus“ mitten in der verkehrsberuhigten Altstadt ab, ein winziges Zimmer mit einem kleinen Bad kostet uns 140 CHF, es ist aber sehr ruhig. Nach Zimmerbezug bedarf es dann der Grundreinigung und Trocknung von Regenbekleidung und Packtaschen, Ortlieb sei Dank blieb der Inhalt schön trocken, nachdem wir uns selbst hernach einer Reinigung unterzogen haben, bummeln wir zuerst durch die wirklich nette Altstadt und suchen nebenbei noch eine ansprechende  Gaststätte. Bei Rösti und Wein aus dem nachmittäglich durchfahrenen Gebiet lassen wir den Abend im „Gasthaus Gansplatz“ ausklingen und verspüren nach wenigen Minuten eine angenehme Müdigkeit, die uns später einen tiefen Schlaf beschert.

 

 

Donnerstag, 17. Juni 2004

Chur-Thusis-Tiefencastel-Bergün (Abschnitt Thusis-Tiefencastel mit der Bahn) ca. 50 km und 850 hm

Kurz nach 8 Uhr am Morgen klingelt uns der in der Zimmerausstattung enthaltene Radiowecker aus den Federn und ein Blick aus den Fenstern lässt einen sonnigen Tag erwarten. Das kontinentale Frühstück der Herberge bringen wir in der gebotenen Zeit hinter uns, so dass wir kurz vor 10 Uhr unsere Räder aus der Waschküche des Hotels schieben und beladen können. Wir fahren Richtung Rhein, um unsere Fahrradroute aufzufinden, etwas außerhalb der Stadt müssen wir ein Militärgelände durchqueren, nur ist dieser Weg heute wegen eines Manövers der Schweizer Armee nicht zu passieren. Zusammen mit einigen anderen Radlern nehmen wir einen alternativen Weg durch das Kasernengelände, geleitet werden wir dabei von Soldaten. Nach Verlassen des Militärgebiets verlassen wir endgültig die Rheinroute und folgen ab diesem Zeitpunkt der sogenannten Graubünden Route mit der Ziffer 6. Bald nach Domat/Ems verlassen wir die asphaltierten Pfade und wenig später erwartet uns ein steiler Aufstieg zum sogenannten Polenweg.

Trotz Schild, Weg geöffnet

Blick auf den Hinterrhein

Burg im Domleschg

Aber die Aufstiegsmühen lohnen sich, wunderschöne Ausblicke auf das Hinterrheintal sind der Lohn der Plage. Wenige Kilometer danach erreichen wir das Domleschgtal und nach insgesamt ca. 30 Kilometern treffen wir gegen halb eins am Bahnhof in Thusis ein. Wegen hoher Verkehrsbelastung und zwei langen Tunnels wollen wir die 13 km bis Tiefencastel mit der Rhätischen Bahn überbrücken, nach dem Fahrkartenkauf legen wir noch eine Vesperpause am Bahnsteig ein. Nach einer viertel Stunde Fahrt bekommen wir die Räder und das Gepäck am Tiefencasteler Bahnhof wieder ausgehändigt, die Besteigung des Albula kann losgehen. Zuerst geht es vom Bahnhof aus einige Meter abwärts, unmittelbar nach der Verzweigung Albula/Julierpass steigt die Straße aber zum ersten Mal steil an. Bei Surava verlassen wir die Passstraße und folgen dem Radweg entlang des Flusses Albula bis Filisur, dort gelangen wir wieder auf die Passstraße. Die sieben Kilometer bis zum heutigen Etappenziel Bergün werden teilweise sehr anstrengend, immer wieder zweistellige Steigungsprozente insbesondere in den Serpentinen vor Igl Crap fordern ihren Tribut.

Um 16:45 erreichen wir Bergün, das noch zuhause aus Internetrecherchen favorisierte Hotel „Bellaval“ stellt sich als Glücksgriff heraus: Großes Zimmer, neues Bad, Balkon, nette Vermieterin und günstiger Preis (120 CHF). Nach ausgiebiger Dusche begeben wir uns noch zum shoppen in die Dorfmitte, lassen uns leckeres Eis schmecken und treffen eine Vorauswahl für den abendlichen Restaurantbesuch.

Birgit im Aufstieg

Albulapassstraße

 

Die letzten wärmenden Sonnenstrahlen des Tages genießen wir auf unserem Balkon und  ich kann mir in aller Ruhe bei einem „Feldschlösschen“ die regionale Tageszeitung zu Gemüte führen. Den Abend lassen wir gemütlich bei Pizza in einer Bergüner Gaststätte ausklingen und kommen noch so rechtzeitig in das Pensionszimmer zurück, um die letzten Minuten eines Spiels der Fußballeuropameisterschaft im Fernsehen zu verfolgen.

Hotelzimmerausblicke(e)

Bergün-Mitte

 

  

Freitag, 18. Juni 2004

Bergün-Zernez über Albulapass ca. 47 km und 1126 hm

Nach sehr erholsamen Schlaf und gestärkt durch ein reichhaltiges Frühstück brechen wir wenige Minuten vor 9 in Richtung Albulapasshöhe auf, mit dem Wetter haben wir einmal mehr Glück, es ist zwar bewölkt, meist scheint aber die Sonne. Nach der Ortsdurchfahrt durchqueren wir eine wunderschöne hochalpine Landschaft, bis Preda immer begleitet von Tunnels und Viadukten der Rhätischen Bahn.

Die kleine Rote...

 ... auf großer (und hoher) Fahrt

 

Bis zur Rast bei Crap Alv überwinden wir auf 10 Kilometern über 600 hm, vorbei auch am wunderschönen Palpuogna-See. Dort halten wir nochmals kurz an, um Luft für die letzten Kilometer zu holen, dabei fällt uns ein Jogger auf, der barfüßig den Gipfel erläuft. (Später kam er uns dann entgegen, dieses Mal mit Socken an den Füßen…).
   

Bei Crap Alv ist dann auch die Baumgrenze erreicht, wir durchqueren jetzt eine Felsen- und Gerölllandschaft, es liegt noch Schnee am Wegesrand, der Pass wurde erst ein paar Tage zuvor geöffnet. Die 4 Kilometer bis zur Passhöhe werden dann noch mal richtig steil, schier endlos zieht sich der Aufstieg, aber um 11:40 Uhr ist das Ziel, das Albula-Ospiz, erreicht. Ein Motorradfahrer dokumentiert des Erreichte mit einem Foto von uns beiden neben dem Passschild.

...wir haben es geschafft  

Im  Ospiz lassen wir uns erstmal für eine Pause nieder und verpflegen uns. Dermaßen gestärkt geht es auf die Abfahrt. Die ersten zwei Kilometer verlaufen relativ flach und vor der sehr rasanten Abfahrt ist sogar noch eine Mini-Gegensteigung zu überwinden. Dann aber können wir es bis La Punt nur laufen lassen, bevor eine geschlossenen Bahnschrank eine weitere kurze Pause erzwingt. Wir folgen weiter der Route Richtung Nordosten, inzwischen ist der Inn unser Begleiter, auf vorwiegend flachen und asphaltierten Wegen kommen wir in flottem Tempo vorwärts. Neun Kilometer später aber ist das asphaltierte Vergnügen beendet, hinter S-chanf wird der bis dahin so gemütliche Inntalradweg zu einem eher für Mountainbikes geeigneten Trail. Knackige Steigungen, rasante Abfahrten und rustikale Naturwege unterziehen unseren Fahrkünsten einer nicht erwarteten Prüfung.

 

Einer der unzähligen Anstiege

Blick auf ein Bahnviadukt

 

Nichtsdestotrotz erlaubt der Höhenweg immer wieder schöne Ausblicke auf das Tal und den weit unter uns fließenden Inn. Nach 14 Kilometern, die uns wie 30 vorkommen, erreichen wir schließlich wieder das Tal und kurze Zeit später Zernez.

 

                                                                    Profil Albula-Etappe

 

Die Unterkünfte, die sich im Internet ganz nett anhörten, liegen alle an der Hauptstraße, so dass wir nach einem Abstecher in die Touristinformation uns für das etwas schöner gelegene „Hotel Alpina“ entscheiden, das Zimmer dort ist zwar winzig und es gibt nur eine Etagentoilette, dafür kostet es uns auch nur 95 SFR. Die Räder werden sicher verwahrt im Getränkekeller untergebracht und wir machen uns auf die Suche nach einem Lokal. Sehr groß ist der Ort nicht, dementsprechend gering die Auswahl an Lokalen, so dass wir schließlich in einer dem Hotel gegenüber gelegenen Pizzeria landen.  

 

 

 Samstag, 19. Juni 2004

Zernez-Schluderns über Ofenpass ca. 66 km und 888 hm

Nach einem mittelprächtigen Frühstück geht es um 9:49 los in Richtung Ofenpass, es wird uns nur ein kurzes flaches Einrollstück zum Aufwärmen gewährt, denn ab der ersten Galerie steigt es in Richtung Ova Spin steil an. Der Ofenpass hat die Besonderheit, dass es nicht stetig bergan geht, sondern zuerst der erwähnte Ova Spin erklommen werden muss (ca. 7 Kilometer Anstieg), anschließend eine etwa 5 Kilometer lange Abfahrt erfolgt und sodann der eigentliche Aufstieg zur Passhöhe beginnt. Das Wetter sieht nicht besonders Vertrauen erweckend aus, über uns ziehen dicke Wolken auf, so dass wir mit Gewittern rechnen müssen.

Die Abfahrt vom Ova Spin ist windverblasen und deshalb nicht das reinste Vergnügen, am Ende der Zwischenabfahrt legen wir eine kurze Pause ein, die Straße kreuzt sich hier in die Ofenpassstraße und in die Tunneleinfahrt ins italienische Livigno.

"Zwischenhöhe" Ova Spin

 

Langsam zeigt sich aber immer mehr die Sonne, so dass wir in gleichmäßigem Tempo bei erträglichen Steigungsprozenten 9 Kilometer später die Passhöhe erreichen und von dort den Blick ins benachbarte Südtirol und das Münstertal werfen können.

Die zweite Passhöhe ist erreicht

Pause

Blick ins Tal

Die anschließende Abfahrt Richtung italienische Grenze ist dank guter Straße, wenig Verkehr und strahlendem Sonnenschein sehr entspannend, in Santa Maria im Münstertal genießen wir auf der Freiterrasse einer Gaststätte einen leckeren Capucchino. Hinter Müstair erreichen wir dann Italien, der kommunale Radweg entlang des Flüsschens Rom ist eine Schotterpiste, einmal müssen wir unsere Räder über einen Zufluss des Roms tragen, zum Glück hatte vor uns schon jemand ein schmales Brett als Brückenersatz gelegt. In der Zwischenzeit ist auch die Sonne verschwunden, dicke Regenwolken ziehen auf, so dass wir wenigstens nicht nur von den Berieselungsanlagen der Obstplantagen nass werden.

                                                                     Profil Ofen-Etappe

 

Im schönen alten Städtchen Glurns können wir uns Regen geschützt unterstellen, ziehen unsere Regenklamotten an und fahren weiter nach Schluderns.

Bella Italia in Sicht

Arkaden und ...

 Stadtmauer in Glurns

Da der Regen heftiger wird, wäre es langsam an der Zeit eine Unterkunft zu finden. Etwas unentschlossen radeln wir durch Schluderns und entdecken am Fuße der Churburgzufahrt ein Hotel. Wir lassen uns vom netten Besitzerehepaar ein Zimmer zeigen, ein größeres wird uns ab dem nächsten Tag zugesagt. Wir buchen drei Übernachtungen mit Halbpension, um uns von den bisherigen Strapazen etwas zu erholen.

Schluderns Markt

Blicke auf

 die Churburg

 

  

Sonntag, 20. Juni bis Montag, 21. Juni 2004

Aufenthalt in Schluderns/Ausflug nach Meran

 

  

Dienstag, 22. Juni 2004

Schluderns-Scuol über Reschenpass ca. 61 km und 1000 hm

Nach Frühstück und Packen starten wir gegen 10 Uhr in Schluderns, das Wetter macht die Kleiderwahl etwas schwierig, es gibt nämlich immer wieder leichte Schauer, so dass letztendlich doch Regenbekleidung zum Einsatz kommt. Im örtlichen "Spar" werden die letzten Ansichtskarten gekauft und in der Post die bereits geschriebenen abgegeben. Wir verlassen Schluderns in Richtung der Etsch und folgen der Beschilderung des "Via Claudia Augusta"-Radwegs in Richtung Glurns. Hinter Glurns steigt der Weg moderat an, bevor es Richtung Burgeis mit teilweise zweistelligen Steigungsprozenten aufwärts geht. Nach einer kurzen Verschnaufpause im Ort geht es kurz hinter dem Ortsausgang richtig zur Sache, der Weg entlang der Etsch steigt in recht steilen Rampen an, bis wir auf 1400 m Höhe den Haidersee erreichen und damit fast die Meereshöhe des Reschenpasses erreicht haben. Bis zum eigentlichen Pass verbleiben aber noch einige Kilometer. Entlang des Reschensees mit der Attraktion eines aus dem See ragenden Kirchturms radeln wir weiter, in einem an der Passstraße gelegenen Lokal stärken wir uns mit Apfelstrudel und Milchkaffee, bevor wir die österreichische Grenze erreichen. Bis Nauders können wir es dann rollen lassen, es geht nämlich auf gut asphaltierten Wegen abwärts, nach der Burg Nauders müssen wir uns dann aber auf die Norbertshöhe quälen. Nach dieser Anstrengung geht es dann bis zur Schweizer Grenze in Martina über eine serpentinenreiche Strecke bergab. Mit strahlendem Sonnenschein empfängt uns im Tal das Engadin, wir beschließen bis zum Ziel in Scuol nicht dem Inn-Radweg, sondern der Talstraße zu folgen. Die ca. 21 km bis Scuol werden wegen nachlassender Kondition und mäßig, aber stetig ansteigender Straße länger als gedacht, so dass wir erst gegen 18 Uhr die Stadt erreichen.

 

                                                        Profil Reschen-Etappe

 

Das teuerste Zimmer unserer Tour gönnen wir uns im „Hotel Gabriel“, einem Hotel, das wohl seine besten Zeiten auch schon hinter sich hat. 160 SFR lassen wir uns das Zimmer kosten, aber die Aussicht ist wirklich schön und entschädigt etwas für die Enge des Raumes. Zur Feier des Abends lassen wir sämtliche Sparsamkeit von uns fahren und lassen es uns in der „Traube“ richtig schmecken.

 

 

Mittwoch, 23. Juni 2004

Zugrückfahrt Scuol-Landquart-Freiburg

Das Frühstück am Abreisetag ist reichhaltig und gut, das anschließende Packen geht inzwischen mit viel Routine vor sich, so dass wir ohne Hektik noch vor der Zugfahrt bei der Post und in einem Laden vorbeigehen können. Die Fahrradfahrt zur Bahn wird aber nochmal schweisstreibend, weil der Bahnhof von Scuol etliche Höhenmeter oberhalb unseres Hotels liegt. Ehrlich empört von dieser Unverschämtheit, artikuliert  Birgit lautstark nie wieder auch nur einen Hügel mit dem Fahrrad zu erklimmen.

Fast pünktlich um 9:42 steigen wir mit unseren Rädern in die „Rhätische Bahn“ Richtung Landquart, nach einem einmaligen Umstieg dort, bringt uns dann der EuroCity bis 15 Uhr wohlbehalten nach Freiburg.